1990-2023 Erinnerung und Gedenken am historischen Ort
Unmittelbar nach der politischen Wende in der DDR stellte die Gemeinde Jamlitz 1990 einen Gedenkstein für das Speziallager Jamlitz am ehemaligen Lagertor auf. Er befindet sich seit 2003 auf dem Waldfriedhof. Im April 1990 wurde nach Hinweisen von Anwohnern durch gezielte Suchgrabungen in einem Waldstück in der Nähe der Bundesstraße 320 Richtung Guben ein Massengrab mit Opfern des sowjetischen Speziallagers gefunden. Hier und an zwei weiteren Verdachtsflächen wurden Holzkreuze aufgestellt.
Ein öffentliches Gedenken am Ort des 1990 gefundenen Massengrabes war jedoch erst ab 1994 nach Abzug der Sowjetarmee aus Deutschland möglich. Im Jahr 1995 richtete an dieser Stelle das Amt Schenkendöbern mit Mitteln der Kriegsgräberfürsorge die Gedenkstätte Waldfriedhof. Hier führt die 1992 gegründete Initiativgruppe Internierungslager Jamlitz e.V. an jedem zweiten Samstag im September ein Gedenken an Toten des Lagers durch.
Seit ihrer Gründung 1993 bemühte sich sie Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in enger Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland intensiv darum, den historischen Ort des Lagers als Gedenkstätte zu gestalten. Im Sommer 2003 wurde auf dem ehemaligen Lagergelände in Jamlitz jeweils eine dokumentarische Freiluftausstellung zur Geschichte KZ-Außenlagers Lieberose und des sowjetischen Speziallagers Nr. 6 in Jamlitz eröffnet. Die Ausstellungen in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Lieberose und Land informieren auf Glasstelen entlang zweier Stege mit Texten und Abbildungen über die Geschichte der beiden Lager.
2009 wurde am Ort des 1971 entdeckte Massengrabes in der Staakower Kiesgrube ein jüdischer Friedhof eingeweiht. Die intensive Suche nach einem weiteren Massengrab mit den Gebeinen der übrigen Opfer des SS-Massakers war 2009 erfolglos geblieben. Ein 2018 geschaffener Gedenkort zeichnet den archäologisch nachweisbaren Grundriss der Häftlingsbaracke 15 nach. Auf Informationsträgern wird mit Zitaten von Zeugen, Tätern sowie Verwandten und Bekannten der Opfer über das Massaker vom Februar 1945 informiert. Seit 2020 verbindet ein Steg mit zusätzlichen Informationstafel die Freiluftausstellung zum KZ-Außenlager mit dem Gedenkort.
1943-1945 KZ-Außenlager Lieberose
1945-1947 Sowjetisches Speziallager Nr. 6
1954-1990 Erinnern und Gedenken in der DDR
seit 2023 Gedenkstätte Lieberose in Jamlitz


