1954-1990 Erinnern und Gedenken in der DDR
Die Lagerbaracken sind zwischen 1947 und 1950 abgerissen worden. Das Lagergelände wurde für Siedler – meist Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten – parzelliert und mit Einfamilienhäusern bebaut.
Ab 1954 nutzte die Gemeinde Jamlitz den von der SS aufgestellten Lagerstein mit der Inschrift „Arbeitslager Lieberose“ als Gedenkstätte für das KZ-Außenlager und erinnerte in Gedenkveranstaltungen öffentlich an das Schicksal der jüdischen Häftlinge. Überlebende des KZ Sachsenhausen machten Ende der 1960er Jahre auf Massengräber in der Umgebung von Jamlitz aufmerksam und forderten eine würdige Gedenkstätte. Seit 1970 forschte eine Schülerarbeitsgruppe der Puschkin-Oberschule Lieberose unter Leitung des Lehrers Roland Richter zur Geschichte des Lagers.
Im Mai 1971 wurde wenige Kilometer vom ehemaligen Lager entfernt in einer Kiesgrube bei Staakow ein Massengrab gefunden. Gerichtsmediziner exhumierten die Gebeine von 577 Opfern des SS-Massakers von Anfang Februar 1945. Die Gebeine brachte man entgegen den jüdischen Bestattungsregeln zur Einäscherung in das Krematorium Forst. Die DDR gab den Gedenk- und Erinnerungsort Jamlitz auf und ließ sogar den Lagerstein und das Lagertor als letzte originale Relikte beseitigen. Bis 1990 erinnerte in Jamlitz nichts an das KZ-Außenlager Lieberose.
1973 wurde fünf Kilometer entfernt in Lieberose eine antifaschistische Gedenkstätte eingeweiht. In dem sogenannten Ringgrab befindet sich eine Urne. 1982 entstand am Mahnmal ein kleines Museum.
Bis 1990 war die öffentliche Erinnerung an die Existenz des Speziallagers in Jamlitz und ein Gedenken an die Opfer verboten.
1943-1945 KZ-Außenlager Lieberose
1945-1947 Sowjetisches Speziallager Nr. 6


